Was sieht man, während Maria erzählt?

Der fertige Imagefilm, hier hört man Maria sagen:

"Im Kiosk arbeiten und einräumen. Und wenn Lieferungen kommen, kontrolieren."

Zu sehen ist Maria hier nur zu Beginn in der Interview-Situation. Danach sieht man sie im Kiosk. Beim Einräumen. Also dort wo sie arbeitet.

Genau das ist visuelles Storytelling.

Die Bilder wiederholen was Maria sagt. Sie ergänzen ihre Aussage. Die Aufnahmen aus dem Kiosk geben ihr einen Ort.
Ihre Handgriffe zeigen, was zu ihrer Arbeit gehört. Und aus einer kurzen Antwort wird eine Szene, die man verstehen kann, ohne das es Maria noch mehr erklären muss.

Und erlebt unmittelbar die Begeisterung mit der sie dabei ist.

Was visuelles Storytelling im Film bedeutet


Beim visuellen Storytelling vermitteln nicht nur Worte den Inhalt.

Bewusst ausgewählte Bilder, ihre Perspektive und ihre Reihenfolge greifen mit Interview, Geräuschen und Musik ineinander. So wird ein Zusammenhang nicht nur erklärt, sondern sichtbar und erlebbar.

Wie Bilder eine Geschichte erzählen

Visuelles Storytelling braucht nicht zwingend eine große Handlung mit Anfang, Höhepunkt und Ende. Auch ein Arbeitsablauf, eine Begegnung oder eine kleine Veränderung kann zur Geschichte werden.

Entscheidend ist, dass jede Aufnahme eine Aufgabe übernimmt:

  • Eine weite Einstellung zeigt, wo etwas stattfindet.
  • Eine nähere Aufnahme zeigt, wer handelt und was passiert.
  • Ein Detail lenkt den Blick auf das, worauf es ankommt.
  • Die Reihenfolge der Bilder macht daraus einen nachvollziehbaren Ablauf.

Ein Beispiel: Die erste Aufnahme zeigt die Menschen und die Arbeitssituation. Die Nahaufnahme daneben lenkt den Blick auf den konkreten Handgriff. Das Detailbild darunter zeigt Material und Ergebnis. Im Kiosk liegt die Schärfe auf den Produkten im Vordergrund, während die Tätigkeit im Hintergrund erkennbar bleibt.

Jede Aufnahme übernimmt damit eine andere Aufgabe: Sie zeigt, wer handelt, was passiert, worauf es ankommt oder in welchem Umfeld die Situation stattfindet. Im Film entscheidet ihre Auswahl und Reihenfolge darüber, was die Zuschauer verstehen.

Auch Licht, Kamerabewegung, Schnitttempo, Geräusche und Musik beeinflussen, wie wir diese Bilder wahrnehmen. Derselbe Ablauf kann dadurch ruhig und konzentriert, hektisch oder besonders präzise wirken.

Bei der Planung geht es deshalb nicht nur um die Frage: Was können wir hier filmen?

Wichtiger ist: Was müssen die Zuschauer sehen, damit sie verstehen, was wir erzählen wollen?

Eine einzelne schöne Aufnahme kann Aufmerksamkeit wecken. Erst eine bewusst aufgebaute Folge von Bildern gibt ihr Bedeutung.

Und genau hier kommt B-Roll ins Spiel

Als B-Roll bezeichnet man ergänzende Aufnahmen, die beispielsweise über einer Interviewaussage zu sehen sind. Sie zeigen Orte, Handlungen und Details, während die Person aus dem Interview weiter zu hören ist.

Bei Maria sind das die Aufnahmen aus dem Kiosk: Sie räumt Waren ein und kontrolliert eine Lieferung. Ihre Antwort gibt dabei vor, welche Bilder wir zeigen.

Erst diese bewusste Verbindung macht aus der B-Roll visuelles Storytelling.

Maria erzählt ihre Geschichte. Die Bilder lassen uns dabei zusehen.

Vom einzelnen Moment zum ganzen Film

Maria ist eine von mehreren Stimmen. Der Imagefilm führt durch unterschiedliche Bereiche der Stiftung Ecksberg, ohne daraus eine bloße Aufzählung zu machen. Gespräche, Alltagssituationen und Ortswechsel fügen sich zu einem Gesamtbild der Einrichtung und der Menschen, die dort leben und arbeiten.

Den vollständigen Imagefilm ansehen → https://www.ecksberg.de/ueber-uns/das-sind-wir/

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